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Work & Travel Kanada

Vom Sommer in Kelowna in den Winter in Banff

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Auf unserer Suche nach einer Bleibe für den Winter zieht es uns weiter in die Rocky Mountains hinein. Genauer gesagt über Kelowna nach Banff. Für unser Wetter bedeutet dies, noch ein letztes Mal heiß und dann geht es in den beginnenden Winter in Banff.

Von Vancouver bis Kelowna

Um 21 Uhr Ortszeit legte unsere Fähre nach 2 Wochen Inselaufenthalt wieder in Vancouver an. Da wir uns sehr kurzfristig von unseren Mitreisenden getrennt hatten, mussten wir nun als erstes eine Bleibe für die Nacht finden. Eine intensive Internet Recherche überzeugte uns davon, eine hafennahe Airbnb Unterkunft zu buchen – was uns auch gelang. Jedoch die Sorge und Ungewissheit um die nächsten Nächte, erschwerte uns das Einschlafen. Doch neuer Morgen bringt bekanntlich neues Glück!

Die Sonne weckte uns schon früh am nächsten Tag und auf ging es erstmal in Richtung Surrey, einer Kleinstadt südöstlich von Vancouver. Hier erhofften wir uns die besten Chancen mit Hitchhiking weiterzukommen. Um die weitere Planung zu überdenken, beschlossen wir, zwei zusätzliche Nächte in dieser Stadt zu verbringen.

Während unseres Aufenthaltes in Surrey, fanden wir zu unserem Glück auch eine Mitfahrgelegenheit nach Kelowna, also Richtung Osten.

Ca. 4 Stunden dauerte die Weiterfahrt, auf der wir großartige Berglandschaften, Seen und Täler bestaunen konnten. Bei warmen 25 Grad kamen wir in der traumhaft gelegenen Stadt Kelowna, am Lake Okanagen an. Durch die Lage am See erschien uns die Stadt wie eine Oase, die inmitten einer, durch den heißen Sommer fast vollständig ausgedörrten Gegend lag.

Der See ist fast 100 km lang und wird von den hier ansässigen Europäern als der Bodensee Kanadas bezeichnet.priime-1

Dass die Stadt so blühend und grün erschien, lag vor allem auch an den unzähligen toll angelegten Parks, die das Ufer des Lake Okanagens säumten. Die umliegenden Berge umrahmen und vervollständigen das außergewöhnliche Panorama der Stadt.

Leider blieben uns nur 4 Tage, die wir hier in Kelowna verbringen konnten. Doch diese waren angefüllt mit tollen Tagestouren, die uns in die angrenzenden Weinberge und Berglandschaften führten.

Auf einer dieser Touren entdeckten wir sogar einen Weißkopfseeadler und konnten ihn beim Verspeisen eines Fisches zusehen. Ein Ereignis, welches uns mindestens so beeindruckte, wie den Lachsen beim Springen an den Wasserfällen zuzusehen.fullsizerender

Berge, Seen, Täler, Schnee – Banff und der Nationalpark

Unser Weg führte uns nun über den Trans-Canada-Highway weiter nach Banff. Dank Facebook fanden wir auch hier wieder eine günstige Mitfahrgelgenheit. Eine junge Australierin nahm uns mit ihrem VW Jetta Turbo mit und nahm es mit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h nur selten ernst. Angesichts des deutschen Autos fühlten wir uns ein Stück weit in unsere Heimat versetzt und ein klein wenig Sehnsucht nach der deutschen Autobahn machte sich bei uns bemerkbar.

Unterwegs reservierten wir bereits ein Zimmer im Hostel in Banff.

Zu unserer Überraschung wurden wir direkt nach unserer Ankunft von den vorwiegend deutschen Zimmermitbewohnern begrüßt. Diese überredeten uns auch gleich zu einer Nachtwanderung. Ein etwas leichtsinniges Unterfangen, da zur Zeit sehr viele Elche und Bären in der Gegend gesichtet wurden. Gesehen und gehört haben wir die Elche dann auch gleich, doch zum Glück waren sie friedlich gestimmt. Von den Bären war gottseidank weit und breit nichts zu sehen.

Mit unseren beiden Zimmergenossen Elliot und Saskia, bestiegen wir am folgenden Tag den 1692 m hohen Tunnel Mountain. Die Aussicht war grandios und war doch nur eine kleine Kostprobe angesichts dessen, was uns erst auf den höheren Bergen erwarten sollte.

Am nächsten Tag hatten wir allerdings ein seltsames Erlebnis. Während unserer Wanderung entlang des Bow Rivers kamen zwei Franzosen ganz außer Atem auf uns zu und fragten, ob wir ebenfalls wie sie die Hilfeschreie in nächster Nähe gehört hätten. Sie hatten bereits den Notruf verständigt und so sahen wir keine 5 min später einen Helikopter in unsere Richtung fliegen. Dieser landete allerdings nicht wie gedacht auf der nahe gelegenen Lichtung, sondern flog weiter. Später trafen wir erneut auf die Franzosen, die gemeinsam mit der Polizei und Park Rangern das Gebiet nach der um Hilfe rufenden Person durchstreiften. Doch blieb ihre Suche erfolglos, wie wir später erfuhren. Für uns ein wirklich seltsames Erlebnis, das uns auch noch den Tag danach beschäftigte, weil wir nicht auf eine solche Situation gefasst waren und darum nicht wussten, wie wir in dem Moment reagieren sollten.

Was wäre Kanada ohne die Rocky Mountains!

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Auf einer unserer weiteren Wanderungen eroberten wir die 2451 m hohe Spitze des Sulphur Mountains. Belohnt wurde unser Aufstieg von einem unglaublich tollen Rundumblick. Doch der raue, kalte Wind trieb uns die Tränen in die Augen, sodass man die Aussicht nicht richtig genießen konnte. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit, um den atemberaubenden Sonnenuntergang mittels Zeitraffer unserer Kamera eizufangen. Dass uns die Hände bei den -12 Grad fast abgefallen wären, interessierte uns dabei eher weniger.

Wir erkundeten den Bow River nicht nur flussab- sondern auch aufwärts. So gönnten wir uns einen Tag Zeit- immerhin bleiben uns ja noch ca. 330 Tage, für eine weitere Tour. Gespeist wird der Fluss vom Bow Gletscher. Damit ist klar, dass die Temperaturen auch im Sommer nie die 10 Grad überschreitet. Unbedacht entschieden wir uns zu einer kleinen Kneipptour um das andere Ufer zu erreichen -mit dem Ergebnis, dass unsere Füße fast zu Eisklumpen erstarrten.

Am Ende des Rundweges erwartete uns dann noch eine Überraschung. Ein Hinweisschild warnte uns vor den Aktivitäten von Grizzly-Bären, Elchen, Luxen, Wölfen und dem Vielfraß. Ein Sperrgebiet also, dass man eigentlich meiden sollte. Glücklicherweise sind wir keinem dieser Tiere begegnet, sonst wäre unser Blog womöglich schon zu Ende.

Schön, dass die Schule, die Lehrer und das Lernen erst mal vorbei sind. Bis zum Beginn des Studiums bleibt uns nun erst mal Zeit, auf eigene Faust Entdeckungen und Erfahrungen zu sammeln, von denen wir bislang allerhöchstens geträumt hatten.

Vermutlich werden wir von dem was wir hier in diesem tollen Land alles sehen und erleben können, ein Leben lang zehren. Daher versuchen wir auch während unserer freien Zeit – die wir im Moment ja noch haben, soviel wie möglich zu erleben.

So führte uns auch gleich der nächste Day Trip zu dem nahegelegenen Lake Minnewanka.

Per Hitchhiking kamen wir zum See hin und genauso mussten wir auch wieder zurück. Die einen reisen per Anhalter durch die Galaxis, wir halt per Anhalter durch die Rockies.

Der See war, wie so viele Seen in Kanada eben sind: glasklares, türkisfarbenes Wasser und umgeben von schneebedeckten Bergen. Auf unserer Wanderung lernten wir zwei Deutsche in unserem Alter kennen, die sich auf der Durchreise befanden. Von ihnen wurden wir mit zurück nach Banff genommen. Auf der Autofahrt fragten uns dann die beiden, ob wir nicht Lust auf die gemeinsame Besteigung des Cascade Mountains hätten. Die Aussicht einen 3 Tausender, der bereits fast vollständig mit Schnee bedeckt war, zu besteigen, war sehr verlockend.

Diese Gelegenheit, da waren Raphel und ich uns einig, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Zwei Tage später starteten wir um 5.30 Uhr in der Frühe, zu unserer gemeinsamen Bergbesteigug.priime

In absoluter Dunkelheit ging es los und als die Sonne aufging, hatten wir bereits eine beträchtliche Strecke hinter uns. Doch der schwierigere Streckenabschnitt lag noch vor uns. Je höher wir kamen, desto tiefer wurde der Schnee, bis wir schlussendlich bis zur Hüfte im Schnee versanken. Der Blick auf dem Gipfel war allerdings die Anstrengung mehr als. Wir wurden mit einer Aussicht auf Banff und Umgebung, die angrenzenden Bergketten, Flüsse die sich durch die Täler winden und scheinbar unendliche Tannenwälder belohnt.

Da wir uns so gut verstanden, nahmen uns Tom und Lea zwei Tage später mit zum Lake Louise. Zwei Tage verbrachten wir hier und unternahmen wunderschöne Wanderungen. Erst ging es am Lake Louise entlang zum Lake Agnes und Mirror Lake und dann weiter zum Big Beehive. Der Berg mit seiner besonderen Form bot einen Aussichtspunkt auf knapp 2300 m Höhe. Das tolle an der Wanderung war, dass die Wälder bereits vollständig mit Schnee bedeckt waren und wir somit durch eine richtige Winter-Wunder-Landschaft gingen.

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Arbeitssuche

Ein Grund warum wir nach Banff wollten, war die Jobsuche. Hier fand nämlich am 4. Oktober eine Jobmesse statt, bei der sich sämtliche in der Gebend liegende Ski-Gebiete vorstellten, um neue Arbeitskräfte zu finden. Da wir auch auf Jobsuche waren, wollten wir unbedingt diese Gelegenheit nutzen und besuchten die Job Fair. Leider war der Ablauf nicht wie von uns gedacht. Anstatt direkt eine Anstellung zu finden, wurden hier nur unsere Lebensläufe eingesammelt und die Bewerber mussten auf eine Rückmeldung des Arbeitgebers hoffen.

Um die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, bewarben wir uns über das Internet bei allen Arbeitgebern, die gleichzeitig auch eine Unterkunft für die Mitarbeiter anboten. Doch auch dies erwies sich nicht so leicht wie gedacht. Es dauerte sehr lang, bis wir überhaupt einmal eine Antwort der Arbeitgeber bekamen.

Doch nicht nur wir hatten dieses Problem. Wir erfuhren, dass viele Work and Traveler, die wie wir Arbeit suchten, bereits wieder abreisten, da die Perspektiven einen Job zu finden eher schlecht standen. Wie wir etwas später herausfanden, werden hier meist die Muttersprachler und Personen mit Erfahrung im Ski-Gebiet  bevorzugt.

Leider bekam nur einer von uns Rückmeldung und wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Diese verlief zwar positiv aber wir brauchen ja beide einen Job und eine Untekunft für den Winter. Daher bleibt es ungewiss, wie es jetzt für uns weiter geht… Wir halten euch auf dem Laufenden.

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  1. Isabelle

    Wann geht es weiter ?

    • Raphael

      In wenigen Tagen. Tut uns sehr leid, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben. Ist viel passiert.
      Gruß!
      Julius & Raphael

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