Wenn man an Atlantik-Kanada denkt, tauchen vor dem inneren Auge kleine malerische Fischerdörfer auf in denen die Zeit still geblieben zu sein scheint, die raue unbändige See die an steilen Küsten auf’s Land trifft und undurchdringliche Küstenwälder in denen Elche und Weißkopfseeadler zu Hause sind. Auf unserem zweiwöchigen Roadtrip durch den Osten Kanadas durften wir genau diese Landschaften entdecken.

7000 Kilometer in 14 Tagen

Nicht ohne Grund geben Kanadier Strecken im eigenen Land gerne in Flugstunden an. Die Entfernungen sind für uns Europäer unvorstellbar. Von Toronto aus brachen wir in unserem gemieteten Santa Fe in Richtung Osten auf und knackten bereits am ersten Tag die 1000-Kilometer-Marke. In den folgenden 13 Tagen ging es mit durchschnittlich 500 Kilometern Stecke pro Tag durch die Atlantik-Provinzen Kanadas. Hier unsere grobe Route:

Unglaublich vielfältige Landschaften…

Wenn man solch weite Strecken zurücklegt, durchquert man natürlich auch viele verschiedene Landschaften. Zunächst ging es durch die weiten Quebecs und New Brunswick’s , die an ländliche Gegenden Frankreichs erinnern: riesige Felder, viele Hecken und Wälder, ab und zu ein Hof und Haus in der Einsamkeit. Nach einer Weile doch sehr eintönig.

Viel Abwechslungsreicher wurden die Landschaften dann auf der Halbinsel Nova Scotia’s: die Küste ist hier sehr rau und zerklüftet, viele Fjorde und vorgelagerte Inseln und Halbinseln – wie man es  aus Schweden kennt. Die Farben der Landschaft sind das Blau des Himmels, das Gelb des verdorrten Grases, das Grau der Felsen, das Rot vieler Büsche und das Tiefblau des Atlantiks – die Kombination sehr eindrucksvoll und beeindruckend.   

Wieviele Landschaften wir auf unserer doch nur so kurzen Reise gesehen haben ist im Nachhinein kaum zu begreifen: weiße Sandstrände, graue Felsblock- und dunkelrote Steilküsten, weiße Birken- und endlose Tannenwälder, gelbe Prärielandschaften, grüne Hügel und gelbe Dünenlandschaften. In anderen Gegenden herrschte hingegen noch tiefster Winter und wir fuhren auf alpinartigen Serpentinen durch Schneeschluchten und über verschneite Pässe. Wir kamen aus der Verwunderung oft gar nicht mehr heraus – die Vielfalt erstaunte uns immer wieder.

An der Ostküste Nova Scotia und PEIs waren sogar einige Buchten eingefroren. Dies mal als Indiz für die bittere Kälte, die hier zum Teil noch Ende Februar herrscht. An manchen Tagen mussten wir bis zu -20 Grad ertragen.

Malerische Fischerdörfer

In einer derart kommerzialisieren und globalisierten Welt, würde man nicht glauben, dass es tatsächlichh noch Fischer gibt, die sich mit ihrem kleinen Boot mit dem Fang von Hummer, Dorsch und Thunfisch ihren Lebensunterhalt verdienen können. Hier gibt es Sie noch und zwar in großer Zahl. Auf den Küstenstraße Nova Scotias auf denen wir die Halbinsel umrundeten, fuhren wir durch viele winzige Fischerdörfchen mit bunten Bootshäusern, minimalistischen Behausungen und kleinem Hafen mit winzigen Booten.

Peggys Cove

Unter den oben erwähnten Fischerdörfern sticht besonders eines hervor. Peggys Cove ist ein Prachtexemplar und besonders auch durch seinen weltberühmten Leuchtturm berühmt, der auf grauen abgeschliffenen Felsen erbaut dem Atlantik trotzt und noch heute Schiffe navigiert.

Der Carbon Trail

Der Carbot Trail windet sich durch die Küstenlandschaft des Cape Bretons.

Diese Straße im äußersten Nord-Osten Nova Scotias war ein weiteres Highlight unserer Reise. Sie gilt als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt – zu recht wie wir finden:

Der Trip durch New Brunswick, Nova Scotia und Prince Edwards Island war erst der Beginn. Für die nächsten Monate sind schon einige Pläne gefasst. Den zweiten Teil unseres Auslandsjahres wollen wir fast ausschließlich mit Reisen verbringen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch für die lange Unterbrechung entschuldigen. In den letzten drei Monaten habe ich vorwiegend gearbeitet und deshalb nicht besonders viel erlebt. In kürze berichte ich über diese Zeit. Auch Julius wird über seine „Arbeitsphase“ in Banff noch berichten. Bis bald!

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